Auf unserer Rückreise von Katalonien durchquerten wir auch die französische Region Okzitanien und blieben ein paar Tage dort. Landschaftlich gibt es hier sehr viel zu entdecken, aber wie immer auf Reisen – zu viel zu sehen und zu wenig Zeit für alles. Insgesamt unternahmen wir zwei Wanderungen & einen Roadtrip in die Pyrenäen, erlebten die alte Burg Carcassonne und besuchten die zwei Städte Narbonne & Perpignan.

Alaa und Kristin von thealkamalsontheroad

 
Hi, wir sind Alaa & Kristin – die  Autoren und Fotografen von thealkamalsontheroad. Gemeinsam mit unserem wunderbaren Malinois Ryok treibt uns eine unbändige Reiselust hinaus in die Welt – und das am liebsten mit unserem Caravan.

Fahren & Parken
Wir übernachteten in Saint Cyprien, eine eher touristische Stadt – zu unserer Zeit ohne Touristen und ohne Attraktionen – direkt am Mittelmeer gelegen und unternahmen von hier aus unsere Ausflüge. Unsere Ziele erreichten wir größtenteils über die mautpflichtige Autobahn oder entlang der Straße direkt am Meer – herrliche Ausblicke – und auf kleinen kurvenreichen Straßen im Gebirge. Fahren ist in Frankreich eigentlich kein Problem, aber etwas wilder als man es in Deutschland gewohnt ist und mit unzähligen Kreisverkehren dazwischen. Geparkt haben wir in Carcassonne und Perpignan in einem Parkhaus, welche gut ausgeschildert sind, und in Narbonne am Straßenrand bevor wir die Altstadt erreichten.

Beste Reisezeit
Die Gegend um Narbonne, Perpignan und Carcassonne kann sicher das ganze Jahr über besucht werden. Es kommt darauf an, was du unternehmen möchtest. In den Sommermonaten wird es sicher heiß, aber es gibt herrliche und unendlich lange Strände.

Hund
Reisen mit Hund in Südfrankreich – wie immer haben wir uns gefragt, wie klappt es in der Region Languedoc-Roussillon mit Hund? Unserer Erfahrung passiert auf den Reisemonat Oktober, zudem bereits nicht mehr so viele Touristen unterwegs waren und es auch schon einige geschlossene Restaurants und stille Orte gab. Mit Hund hatten wir kein Problem. Die Städte, die wir besuchten, waren hundefreundlich, in den Restaurants gab es auch oftmals eine Schüssel mit Wasser für unseren Ryok. In den Museen, Kirchen oder Ausstellungen sind Hunde natürlich nicht erlaubt, und es gibt auch Strände, die nicht für Hunde erlaubt sind. Aber mit Hund in dieser Gegend wandern gehen, ist ein Genuss, und wenn man ein wenig guckt, gibt es auch Strände, die mit Hund erlaubt sind.

Essen & Trinken
In Südfrankreich findest du unzählige Restaurants und Cafés, die zudem noch ausgesprochen leckeres Essen bieten. Ganz besonders empfehlen möchten wir dir die wundervolle Eisdiele Glacier Marguerite, die nicht nur sehr schön eingerichtet und ausgestattet ist, sondern wo die Eiscreme absolut lecker schmeckt

Adresse: Glacier Marguerite, 1 Rue du Pont des Marchands 11100 Narbonne

Übernachtung in der Region Okzitanien

Egal ob am Meer oder im Gebirge oder den fantastischen Orten Carcassonne, Narbonne & Perpignan – überall findest du wunderbare Hotels, Ferienwohnungen oder auch Privatunterkünfte.

Carcassonne

Carcassonne von der Ferne gesehen

Die Cité von Carcassonne, das eigentliche Highlight der Stadt, dürfte jedem aus Kino/Fernsehen oder wegen des vielgekauften Spieles bekannt sein. Schon von weitem trotzt die imposante Burg auf einem Hügel oberhalb der Stadt Carcassonne und den beiden Flüssen Aude und Fresquel. Wir besuchten die Festung an einem regnerischen Tag mit vielen dunklen Wolken am Himmel, was den Eindruck dunkler, mittelalterlicher Geschichte um einiges steigerte. Und Geschichte hat die Burg zu bieten. Auf jedem Meter, den du durch ihre Gassen schlenderst, ist sie zu spüren, die 2500-jährige Geschichte dieses beeindruckenden Bauwerks.

Wissenswertes zu Carcassonne

Die noch immer bewohnte Festungsanlage, mit ihren 52 Türmen und dem 3km langen Mauerring, ist recht eindrucksvoll. Und vor allem sehr gut erhalten. Im Inneren findest du die Burg und die Basilika, Restaurants, Hotels, Bars und unzählige Geschäfte, in denen es leider vor allem Kitsch zu kaufen gibt.

Ein Besuch ist aber – trotz enormen Tourismus – absolut empfehlenswert, sollte du in der Gegend sein. Schmale Gassen führen innerhalb des doppelten Mauerringes durch die Burg, vorbei an pittoresken Häusern, kleinen Cafés und Restaurants.

Die Festung Carcassonne kannst du mit deinem Hund zu jederzeit und kostenlos besuchen. Für die Burganlage und die Stadtmauern jedoch gibt es Öffnungszeiten und Eintrittspreise. Wer interessiert ist, spaziert mit einem Führer durch die Gassen und erlebt die Geschichte hautnah. Die Besichtigung ist aber auch alleine möglich.

  • Carcassonne hat 46429 Einwohner
  • befindet sich 70km entfernt von Perpignan
  • liegt an einer alten Handelsstraße zwischen dem Atlantik und dem Mittelmeer
  • und ist seit 1997 UNESCO-Welterbe mit ca. 4 Millionen Besuchern pro Jahr

Die Geschichte der Stadt beginnt wie schon geschrieben vor 2500 Jahren in der Antike und setzt sich fort zu Zeiten Cäsars, als die Bewohner römisches Recht genießen durften. Später fiel die Stadt an die Westgoten, danach an die Sarazenen und dann an Pippin dem Jüngeren, der die Burg dem Frankenland einverleibte, und irgendwann gehörte die Stadt dann den Spaniern. Bekannt ist die Burg vor allem aus der Zeit der Katharer, als die Festung besetzt war, die Katharer Widerstand leisteten und letztendlich doch aufgab.

Burg von Carcassonne
Häuserreihe unter der Burg von Carcassonne
Haus mit weißen Fensterläden und roten Gardinen
Platz in Caracassonne
Kirchengang mit hohen Decken
Kircheneingang mit roter Tür
Haus mit roten Fensterläden
Burg mit einer Steinbrücke

Narbonne

oranges Haus mit roten Fensterläden in Narbonne

Narbonne hat uns gut gefallen, würden wir aber ein zweites Mal nicht mehr besuchen. Damit wollen wir sagen: Eine nette Stadt, doch ein paar kurze Stunden reichen vollkommen aus. Uns fehlte ein wenig das gemütliche Flair, den man in Südfrankreich in manchen Städten spüren kann. Hier wurden wir Zeuge einer Schlägerei zwischen Betrunken, die mit Schreien und Stühle werfen einherging. Wir hielten natürlich angemessen Abstand, aber unser zart besaiteter Hund fand das alles gar nicht lustig. Mal abgesehen davon ist Narbonne eine nette Stadt, durch die man bummeln kann. Es gibt einige versteckte und sehenswerte Gassen, einige Sehenswürdigkeiten, die sich lohnen und ganz sicher das eine oder andere Restaurant, welches einen Besuch wert ist.

Sehenswürdigkeiten in Narbonne

Canal de la Robine
Der Canal de la Robine ist ein Schifffahrtskanal, der Narbonne mit dem Mittelmeer verbindet. Entlang des Kanals findest du eine schattenspendende Promenade mit vielen Restaurants und Geschäften.

Pont des Marchands
Die Pont des Marchands ist eine Häuserbrücke, die über den Canal de la Robine führt und deren Ursprung bis in die Römerzeit zurückreicht.

Römisches Horreum
Das Römische Horreum stammt aus dem 1. Jahrhundert vor Christus und wurde lange Zeit als Wein- und Warenlager genutzt.

Kathedrale Saint-Just
Die Kathedrale Saint-Just, im Jahre 1272 im gotischen Stil erbaut, ist ein sehr sehenswerter Kirchenbau. Nicht nur gehört die Kathedrale mit einer 41m hohen Gewölbehöhe zu den höchsten Kathedralen Frankreichs, auch ist sie ausgestattet mit einer der größten Orgeln, die es in französischen Kirchen/Kathedralen zu sehen und hören gibt.

Palais-Musée des Archevêques
Gleich neben der Kathedrale befindet sich der im gotischen Stil erbaute Bischofspalast aus dem 13. Jahrhundert. Heute wird der Palais-Musée des Archevêques als Museum für Kunst und Geschichte genutzt und zeigt eine Sammlung an antiken, mittelalterlichen und modernen Exponaten. Sehenswert sollen auch die Gärten des Bischofspalastes sein.

Adresse: Palais-Musée des Archevêques, Place de l’Hôtel de Ville, 11100 Narbonne

Donjon Gilles Aycelin
Vom Bischofspalast aus kommst du auf den Donjon Gilles Aycelin, einen 42m hohen quadratischen Wachturm aus dem Jahre 1295. Nachdem du 162 Stufen üb er 4 Etagen gestiegen bist, kannst du von der Terrasse einen wohlverdienten und grandiosen Panoramablick über die Stadt genießen.

Adresse: Palais-Musée des Archevêques, Place de l’Hôtel de Ville, 11100 Narbonne

Place de l’Hôtel de Ville
Der Place de l’Hôtel de Ville ist ein Platz inmitten von Narbonne im Stadtviertel Cité. Hier findest du eine große Anzahl Cafés und Restaurants. Und in der Mitte des Platzes befindet sich ein Teilstück der Via Domitia.

Via Domitia
Die Via Domitia ist ein Teilstück der berühmten ersten Handelsstraße zwischen Italien und Spanien. Auf den alten, glatten Pflastersteinen fuhren bereits vor über 2000 Jahren die Fuhrwerke und Streitwagen der Römeer. Du findest die Ausgrabung direkt am Place de l’Hôtel de Ville.

Markthallen von Narbonne
Wie in so einigen größeren französischen Städten findest du auch in Narbonne sehenswerte Markthallen. An 365 Tagen im Jahr geöffnet kannst du dort köstliche Waren wie Brot, Fisch, Fleisch, frisches Gemüse und Obst kaufen und natürlich in Bistros vor Ort genießen.

Adresse: 1 Cours Mirabeau, 1100 Narbonne

Narbonne Plage
Da Narbonne sich weit gen Osten erstreckt und nur 17km entfernt des Mittelmeeres liegt, wurde ein vier Kilometer langer Strand und da dazugehörige Fischerdorf eingemeindet und Narbonne Plage genannt. Hier kannst du deine Tage am Meer genießen und auf der Promenade den Yachten beim Ein- und Ausparken zu sehen.

  • Narbonne hat 56692 Einwohner
  • und war einst eine Hochburger der Katharer
  • ist eigentlich ein alter Fischerort
  • und sehr beliebt bei Hausbootfahrern

Narbonne liegt nur wenige Kilometer vom Mittelmeer entfernt im Landesinneren. Durch die Stadt fließt der Canale de la Robine, der sich wiederum an den Canal du Midi anschließt.

Geschichtlich ist der Ort auch sehr interessant: Als erste römische Kolonie außerhalb Italiens lag Narbonne an der ersten Römerstraße, die Via Domitia, welche Italien mit Spanien verband. Und sich mit dem antiken Handelsweg Via Aquitania kreuzte, der von Narbonne bis Bordeaux reichte. In dieser Zeit erlebte Narbonne eine Blütezeit. Als die Römer gingen, wurde es still um Narbonne: Nach den Römern kamen die Westgoten, dann die Mauren und dann Pippin, der Kurze. Aber alle blieben nicht lange und das Gebiet fiel letztendlich an Frankreich.

Kathedrale von Narbonne
Straßenecke mit Wandmalerein
Kanal in Narbonne von Bäumen gesäumt
Rathaus in Narbonne

Perpignan

Hausreihe mit bunten Fensterläden in Perpignan

Perpignan: Trotz Regen, der uns bei diesem Stadtbesuch begleitete, gefiel uns das quirlige und bunte Perpignan sehr gut. Es macht viel Spaß durch die vielen Gassen zu schlendern, vorbei an historischen Gebäuden und jungen Geschäften und entlang des Flusses und der Palmen, die überall in der Stadt wuchsen und ihr ein recht mediterranes Flair verleihen.

Sehenswürdigkeiten in Perpignan

Kathedrale Saint-Jean-Baptiste
Kathedrale Saint-Jean-Baptiste wurde im Jahre 1324 im gotischen Stil erbaut. Angegliedert findest du den Friedhof Campo Santo, der Kathedrale mit einem einzigartigem Kreuzgang ebenfalls im gotischen Stil errichtet. Der Eintritt ist kostenfrei.

Adresse: 1 Rue de l’Horloge, 66000 Perpignan

Palast der Könige
Der Palast der Könige von Mallorca ist ein Festungs- und Königspalast erbaut im 13. Jahrhundert mit sehr schönen Gartenanlage. Zudem finden hier Konzerte, Ausstellungen, Theateraufführungen und das größte Muskfestival der Gegend statt.

Adresse: Archers Street 66000 Perpignan

Les Halles Vauban
Auch in Perpignan findest du eine Markthalle, die lohnenswert ist. Wie jeder Markt werden hier Fleisch, Fisch, Käse und viele, leckere Sachen angeboten. Zudem kannst du in den Bistros vor Ort bereits probieren.

Adresse: 37-39 Quai Sébastien Vauban, 66000 Perpignan

Castillet & Casa Peiral
Das Castillet ist ein verbleibender Teil der einstigen Stadtbefestigung Perpignans. Sehenswert ist vor allem das nördliche Stadttor Porte Notre Dame aus dem 14. Jahrhundert im maurischen Stil erbaut. Heute befindet sich das Museum Casa Peiral, das katalanische Kunst und Tradition zeigt, darin.

Altstadt & Wochenmarkt
Die Altstadt von Perpignan hat uns ausgesprochen gut gefallen. Es gibt unzählige Gassen, durch die wir schlenderten. Bunter Häuserfassaden mit farbigen Fensterläden, Geschäfte, in denen es wunderbares zu entdecken gibt, Restaurants und Bars, aus denen es lecker duftet.  Auch ein Wochenmarkt findet in Perpignan statt: täglich von 07:30 – 13:00 Uhr

Adresse: Place Cassanyes, Perpignan

  • Perpignan hat 120996 Einwohner
  • ist Hauptstadt des südfranzösischen Départements Pyrénées-Orientales
  • liegt in einer Ebene zwischen den Pyrenäen und dem Corbières-Gebirge

  • und gehörte einst zu Katalonien

Wenden wir uns der nächsten Stadt zu, die in Okzitanien zu finden ist: Perpignan, die um einiges größer ist als Narbonne.

Perpignan entstand aus dem Oppidum Ruscino, einem Sammelplatz der Gallier während der Zeit Hannibals. 927 wurde die Stadt das erste Mal urkundlich erwähnt. 1172 fiel Perpignan an das Königreich Aragon und wurde im 13. Jahrhundert die Hauptstadt des Königreiches Mallorca.

Im 14. Jahrhundert residierte hier einige Zeit eine Gegenpapst.

Perpignan gehörte im Wechsel zu Frankreich und Spanien: Die Stadt fiel zuerst an Frankreich, wurde dann an Spanien zurückgegeben, um letztendlich erneut zu Frankreich zu gehören.

Gargoyles an einem Haus
oranges Haus in Perpignan
bunte Häuserreihe mitten in Perpignan
Ausstellung mit pinken Schirmen
altes rotes Haus in Perpignan
gelbes Haus mit Baum
Kirche mit katalonischer Flagge
Schild an einem Geschäft
Carcassonne, Narbonne & Perpignan mit Hund bereisen
begrünter Kanal in Perpignan
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