Ostuni – Die weiße Stadt

Ostuni, die weiße Stadt, ist – egal aus welcher Richtung du kommst – schon von weitem auf der Anhöhe zu sehen. Stolz und im Sonnenlicht strahlend steht sie auf einem Hügel 223 Meter über dem Meeresspiegel. Von weitem wirkt sie wie die weiße Stadt aus dem Film „Herr der Ringe“ und mit viel Fantasie kannst du sehen, wie König Aragon mit wehendem Umhang zu seinem Palast schreitet.

Allein die Fahrt nach Ostuni ist landschaftlich sehr, sehr schön. Der Hügel mit der weißen Stadt, die über allem thront, ist bereits zu sehen, wenn du im flachen Land an unendlich wirkenden Hainen voller Olivenbäumen – alt und knorrig – vorbeifährst. Einzelne Höfe, die zum Olivenöltest einladen. Dazwischen ein paar Felder mit Wein, an denen die Weintrauben im Spätsommer tiefblau und saftig hängen.

Die Luft ist heiß, die Straße flirrt. Zikaden singen im Gras und Eidechsen laufen über das erhitzte Pflaster. Vom Meer aus weht eine warme Prise über das Land.

Ostuni ist faszinierend und prächtig.

Wir besuchten Ostuni an einem sehr warmen Vormittag. Nur ein paar weiße, fluffige Wolken zogen am tiefblauen Himmel über die Ebene unterhalb Ostunis. Für uns ging es zuerst immer bergauf, den Hügel und die Straße, danach Treppen und zum Schluss auf dem Fußweg, bis wir die Piazza della Liberta erreichten – dem Mittelpunkt zwischen der Altstadt und der Neustadt.
Wir erwischten in Ostuni eine gute Zeit. Die Stadt war nicht überlaufen, obwohl es mehr als eine Handvoll Touristen gab. Immer wieder gelangten wir an Ecken und Gassen, in denen wir vollkommen alleine unterwegs und die herrliche Stadt genießen konnten.

Hauseingang in Ostuni

Rundgang durch Ostuni

Als erstes natürlich einen Spaziergang durch die wunderschöne Altstadt. Wir starteten unseren Rundgang auf der Piazza della Liberta, um zuerst die Neustadt zu erkunden – hier findest du einen hübschen Park voller skurriler Bäume und Palmen und Bänke zum Entspannen, vorbei an Tante-Emma-Läden mit prall gefüllten Obstkörben vor der Tür, Bekleidungsgeschäften, in denen es herrlich luftige Sommerkleider zu erstehen gab, und an Schmuck- und Kunstläden, die Lohnenswertes anboten.

Zurück zur Piazza della Liberta genossen wir einen Iced Coffee in einem der gemütlichen Cafés, bevor wir den Rundgang durch die Altstadt fortsetzten.
Das besondere an Ostuni ist die Farbe: Ostuni ist weiß. Tatsächlich ganz und gar weiß. Weiß gekalkte Häuser soweit die Straßen und Eingänge der Häuser reichen. In früheren Zeiten wurden die Wände wegen des Sonnenlichts und der Pest gekalkt, heute werden sie gekalkt, damit es ein einheitliches Gesamtbild ergibt.

Die Stadt ist prächtig in seiner weißen Farbe, dem blanken, bisweilen rutschigem Steinboden, den engen Gassen und der rosa und lila emporrankenden Bougainvillea. Palmen und Kakteen gedeihen im Schatten der Hauswände, neben Haustüren, die in verschiedenen Blautönen gestrichen sind.

Ob innerhalb der Stadt oder außerhalb an der Stadtmauer entlang mit Blick auf das Meer in der Ferne, überall findest du weiße Häuser, strahlen weiß im Sonnenlicht.

Dein Weg führt dich vorbei an kleineren Shops, in denen Olivenöle aus der Gegend, Cremes und Bodylotion aus Oliven oder Nudeln mit Olivensoßen verkauft werden. Auch hier gibt es überall luftige Sommerkleider, Hüte und Schmuck und bunt bemalte Teller für einen sommerlich gedeckten Tisch zu erstehen. Die Vielfalt ist groß und die Verlockung dazu.

Blumenstraße in Ostuni
Seitenstraße in Ostuni

Die Kathedrale & die Arco Scoppa

Die Kathedrale ist eine römisch-katholische Kathedrale bzw. Concattedrale erbaut 1435 – 1495 inmitten von Ostuni.

Wohl wahr: Es gibt größere, imposantere Kathedralen, doch diese hier schmiegt sich perfekt in das Gewirr der Gassen. Im Inneren gibt es eine prachtvolle Decke und hohe Säulen, die sie stützen. Direkt vor der Kathedrale findest du die Arco Scoppa, eine Brücke zwischen dem Bischofspalast und dem Palazzo del Seminario.

Und auch – nicht weit entfernt – überzeugt die Chiesa di San Vito aus dem 18 Jahrhundert mit ihrer bunten Kuppel.

Kirchentor in Ostuni

Ausblick aufs Umland

Eines der Highlights dieser wunderschönen Stadt:

Von der Stadtmauer aus herhältst du einen atemberaubende Blick über das Land, über die dunkelgrünen die Olivenhaine gepflanzt inmitten rostroter Erde (Was für ein Kontrast!) und bis hin zum Meer, das azurblau am Horizont schimmert.

Aussicht von Ostuni aufs Meer

Museo Civiltà Preclassica della Murgia Meridionale

Das Museum gibt Einblick in die präantike Zeit des Mittelmeerraumes. Wir haben es ausgelassen, da wir mit Hund unterwegs waren, aber es soll einen Besuch wert sein.

– Öffnungszeit: Wochentags 10:00-18:00, Sa & So 10:00-19:00

– Ticket: 5 Euro

Piazza della Liberta mit der Oronzo-Säule

Die Piazza della Liberta ist der Platz, der die Altstadt mit der Neustadt verbindet. Es ist der größte Platz vor Ort und voller Café und Restaurants, die Tische und Stühle draußen platziert haben.

Von hier aus kannst du dem bunten Treiben auf der Piazza della Liberta bei einem leckeren Espresso zuschauen, dabei die Statue des Heiligen Oronzos – der Patron der Stadt – bewundern und das Rathaus, das aus einem ehemaligen Kloster entstanden ist.

Es macht Spaß, eine Weile hier zu sitzen, im Schatten eines Sonnenschirmes und den Leuten in ihrem Alltag zu zusehen.

Geführte Tour durch Ostuni

Manch einer mag gerne eine geführte Tour durch den jeweiligen Urlaubsort oder die Stadt, die er gerade besucht, unternehmen. So ist für Ostuni auch ein Stadtrundgang möglich.

Wir haben gute Erfahrung gemacht mit GetYourGuide – gerade in Städten wie Rom, Paris oder Florenz ist gut möglich, dass du für Sehenswürdigkeiten bis zu zwei/drei Stunden in einer Warteschlange stehst. Mit den von uns online bestellten Tickets sind wir stets rasch in die Sehenswürdigkeit gekommen, und in Rom haben wir auch eine führung ausprobiert, die unterhaltsam, interessant und bisweilen recht humorvoll war.

Vespa in Ostuni

Mercato Settimanale del Sabato

Der lokale Wochenmarkt findet immer Samstag statt und es ist eine Empfehlung. Überhaupt sind Märkte in Italien etwas ganz Besonderes und du solltest unbedingt dort einmal einkaufen gehen. Es gibt für wenig Geld alles Mögliche: frischer Fisch, Obst und Gemüse aller Sorten vor allem Weintrauben, Limonen, Auberginen, Tomaten, es gibt selbstgemachten Honig und Marmelade und Wurst. Ebenso Kleidung, Haushaltsgegenstände und Möbel.

Strände von Ostuni

Die Strände, und die sind tatsächlich traumhaft schön, sind nur 8 km entfernt von Ostuni. Das adriatische Meer ist hier besonders sauber und blau. Herrlich blau.

• Lido Morelli – feiner weißer Sand, beliebt, aber nicht überfüllt
• Spaggia di Pilone – ebenfalls weißer, feiner Sand und sauberes Meer
• Costa Merlata – Sandstrand, azurblaues Meer

Jedoch ist es nicht ganz einfach, einen Hundestrand in Italien zu finden. Oftmals muss man sich durchfragen und die Hundestrände sind nicht die besten.

Ape-Fahrt

Die Fahrt in einem Ape mag so manchem Tourist gut gefallen. Wir haben es – wegen des Hundes – ausgelassen und die Stadt zu Fuß erkundet.

Aber für diejenigen, die weniger Zeit haben oder nicht so gut zu Fuß sind, empfehlen wir die Fahrt mit dem elektrobetriebenen Tuk-tuk. Der Fahrer stoppt für Fotos an den Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Kosten: 30 min Fahrt – ca. 20 Euro

Ape in Ostuni

Was du noch über Ostuni wissen solltest

– Essen & Trinken: Überall findest du kleine und große, gemütliche und wunderschön dekorierte Restaurants und Cafés. An jeder Ecke gibt es Platz und aus jeder Ecke duftet es herrlich. Wir haben inmitten der Stadt, in einer winzigen Gasse, eine Pizza genossen. Und auf der Piazza della Liberta in einem der Cafés einen Iced Espresso getrunken. Sehr, sehr lecker.

Anfahrt: Bist du mit dem Auto unterwegs nach Ostuni, kommst du entweder aus der Richtung Fasano auf der SS16 oder aus der Richtung Brindisi ebenfalls die SS16. Du kannst Ostuni – egal woher du kommst – nicht verfehlen. Ostuni siehst du von weitem.

– Parken: Parkmöglichkeiten sind vorhanden und auch gut ausgeschildert. Du musst nur darauf achten, dass innerhalb der Altstadt Einbahnstraßensystem herrscht und manche Gassen sehr, sehr eng erscheinen.

– Reisezeit: Beste Reisezeit für Ostuni ist von Mai bis Oktober. Bereits im Mai blüht es überall in den herrlichsten Farben. Angenehme Wärme findest du von April bis November. Sehr heiß wird es im Juli/August, kalt und weniger schön in den Monaten Dezember bis Februar.

– Schlafen & Träumen: Es gibt unzählige Unterkünfte in Ostuni. Du findest hier alles von: Hotels, Ferienwohnungen, Campingplätzen, B&Bs bis hin zu Farmhäuser, * die das hiesige Leben bieten.

Link mit * sind Affiliate – Links, wir erhalten eine kleine Provision, solltet ihr über den Link buchen. Im Preis ändert sich für euch aber nichts. Wir bedanken uns herzlich bei euch.

Häuser in Ostuni

Ostuni – du hast uns gefallen

Ostuni ist nicht nur eine Empfehlung, nicht nur ein: Wenn du mal vorbeikommst, dann guck mal hin.

Nein, Ostuni ist ein Muss für jeden Italienreisenden, für jeden der das Besondere mag, und das urtümliche. Denn auch das findest du hier in Ostuni.

Nicht nur weiß gekalkte Wände, auch die bunte Wäsche, die aus den Fenstern hängt, die rote Vespa, die neben einer blau gestrichenen Tür parkt, Gardinen, die am offenen Fenster wehen, Radiomusik, die aus den Häusern klingt, der Duft nach einer frischen Pizza direkt aus dem Ofen, und Katzen, die im Schatten dösen und erst zur Dämmerung aktiv werden.

Ostuni ist nicht nur eine Empfehlung, es ist ein Muss. Diese grandiose Stadt musst du gesehen haben. Und wenn es dir möglich ist, dann nimmt dir ein paar Tage Zeit, wandere am frühen Morgen, wenn alles erwacht, und am Abend durch die Stadt, wenn das Leben erneut beginnt nach einer langen, langen Mittagspause. Spaziere durch die engen Gassen und du wirst so viel Neues entdecken. Willst du noch mehr erleben, steig in den Bus und fahre die wenigen Kilometer bis zum Meer, um einmal einzutauchen in das Azurblau.

Für uns war die Zeit zu kurz in Ostuni. Und das ist ein Grund zurückzukehren, wiederzukommen und länger zu verweilen … in Ostuni, der weißen Stadt.

weiße Stadt Ostuni

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Du hast Ostuni & Puglia bereits bereist? Vielleicht sogar mit deinem Hund? Und dir hat es gefallen? Dann schreib uns in den Kommentaren.

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