Pompeji & Vesuv & Neapel

Pompeji & Vesuv & Neapel

Pompeji Vesuv Neapel Alkamals

Pompeji & Vesuv & Neapel – ein Kurztrip

Geschichte atmen in Pompeji, den Ausblick auf den Golf von Neapel vom Vesuv aus genießen und einmal eintauchen in die faszinierende Millionenstadt Neapel – das war unser Plan.

Nachdem wir Rom besucht hatten, machten wir uns auf, weiter gen Süden Richtung Apulien. Dort, in Lido Marini, wollten wir unseren Apulien – Roadtrip starten. Doch zuvor – was lag da noch passend auf dem Weg? Genau!

Gleich drei fantastische Ziele:

Pompeji

Vesuv

Neapel

Wir hatten nicht viel Zeit, wir wollten weiter und so besuchten wir (leider) nur einen Tag diese wunderschöne Gegend.

Von Rom aus nahmen wir die Landstraße am Meer entlang bis nach Neapel – ganze 238 km für die wir ungefähr 4 Stunden benötigten. Es ging langsam voran, aber das war okay, hin und wieder blitzte das azurblaue Meer hinter der Leitplanke auf und wir hatten große Lust, einfach anzuhalten und in die Wellen zu springen.

Nein, natürlich verfolgten wir – abgesehen von einem kurzen Zwischenstopp in der kleinen Stadt Gaeta für einen Snack – konsequent unser Ziel. Und erreichten in den frühen Abendstunden Neapel und die Amalfiküste, wo wir im Hinterland eine Ferienwohnung gebucht hatten.

Für diese Ferienwohnung gibt es von uns keine Empfehlung, in so einer alten, ungelüfteten & und unzureichend geputzten Wohnung haben wir vorher noch nie übernachtet. Dafür könnt ihr gerne hier nach Hotels & Ferienwohnungen suchen, die euch vielleicht besser gefallen als unsere, denn die Gegend an sich ist eigentlich sehr schön.

Pompeji

Starten wir mit Pompeji, das wir an unserem einzigen Tag in Kampanien als erstes besuchten. Wir hatten online wieder Karten bei Get your Guide gebucht, damit wir nicht lange in der Warteschlange stehen mussten. Als wir ankamen, konnten wir direkt vorbeihuschen an den Reihen, die auf den Einlass zur antiken Stadt warteten.

Der Weg durch die Stadt begann recht unspektakulär und wurde mit jedem Meter faszinierender. Zuerst ein paar Häuser, in denen es nicht viel zu sehen gab. Einfach nur Häuser – mit ein wenig Wandmalerei. Aber dann ging es bergauf über die gepflasterte Straße in die Stadt und du beginnst zu spüren, dass es hier vor knapp 2000 Jahren Leben gegeben hat.

Es ist bisweilen unglaublich: hier fand Alltag statt, in den wir jetzt für minimale Momente zurückblicken können.

Hier in Pompeji findest du alles, was damals Leben ausmachte:

ein Forum, eine Basilika, Wochenmarkt, Handwerkshäuser und Wohnhäuser, in denen ganze Familien zusammen lebten. Große Villen, die von den Reichen aus Rom als Entspannungsdomizil erbaut wurden, und du siehst in Pompeji auch ein Bordell.

Ja, genau. Ein Bordell. Und das ist ziemlich gut erhalten. Es war und ist noch heute eines der beliebtesten Ziele in der Stadt mit vormals 20 000 Einwohnern. Damals drängten die Einwohner in das schmale Haus, heute wird es von unzähligen Touristen besichtigt. Du siehst einzelne Zimmer mit bereits bestehenden Steinbetten und kleinen Fenstern und Wandmalerei, die ziemlich eindeutige Bilder darstellt.

Doch Pompeji bietet mehr als ein oder zwei Bordelle. Immerhin war die Stadt 1500 Jahre lang unter dicker vulkanischer Asche und Bimsstein begraben.

Wohnhaus in Pompeji
in Pompeji

Was ist passiert in Pompeji?

Bereits 1. Jahrtausend v. Chr. gab eine kleine Siedlung, die – laut Sage – vom Halbgott Herakles gegründet wurde. Die Stadt wuchs und wuchs und füllte sich mit Leuten. Doch das half wenig, bereits im Jahre 62 n. Chr. kam es zu einem ersten Beben, während dem sich der Schlotpfropfen des Vesuvs lockerte und dessen Widerstand sich in den nächsten 17 Jahren durch die Gase im Inneren weiter verringerte.

Bis es im Herbst des Jahres 79 n Chr. zu diesem alles unter sich begrabenden Vulkanausbruch kam. Man geht von nahezu 20 000 Toten aus, die in dieser antiken Stadt im Golf von Neapel verschüttet wurden.
Asche, Lava, Gas und großes und kleines Bimsgestein regnete auf die Stadt hinab, blockierte Türen und brachte Dächer zum Einsturz. Menschen erstickten in den Häusern oder wurden von herabfallenden Steinen erschlagen. Nur den wenigsten gelang die Flucht.
25m dick war die Schicht, die Pompeji 1500 Jahre ruhen ließ, bis irgendwann im 18 Jhdt. mit den Ausgrabungen begonnen wurde. Auch heute kannst du den Archäologen bei ihrer Arbeit auf dem Gelände der Stadt Pompeji zusehen.

müde Katze in Pompeji

Pompeji ist echt sehenswert – den Besuch in der Antike können wir euch nur empfehlen.

Eintrittspreis: 15 € – 21 €

Parken: Du kannst direkt auf dem Großparkplatz des Camping Zeus vor den Toren zu Pompeji parken – die Gebühr ist mit 3 € die Stunde fast teuer zu nennen.

Ideale Reisezeit: April – Oktober

Hunde in Pompeji: Kleinere Hunde bis zu zehn Kilo sind wohl in Pompeji an der Leine erlaubt. Es gibt ein paar Straßenhunde, die wir in Pompeji gesehen haben. Lustig, weil sie mit den Führungen liefen, bisweilen stehenbleiben und scheinbar den Guides lauschten.

Blick auf Vesuv von Pompeji aus

Vesuv

Der Vesuv ist oder besser gesagt wäre ein Ziel gewesen, welches wir zu gerne besichtigt hätten. Doch durch mangelnde Vorinformationssuche unsererseits standen wir vor verschlossenen Türen.

Der Vesuv ist gut ausgeschildert und der Weg ist sehenswert. Du fährst in Serpentinen hoch hinauf Richtung Vesuv und erhältst einen fantastischen Blick über den Golf von Neapel und hinab auf die Millionenstadt Neapel. Auf der Hälfte des Weges haben wir einen kurzen Stopp in einem Imbiss gemacht und hatten ein Lunch. Auch nicht unbedingt empfehlenswert, obwohl die Aussicht gigantisch war.

Den Parkplatz zum Vesuv haben wir nicht erreicht, die Straße war an einer Kreuzung abgesperrt und wir stoppten in einer Seitenstraße. An der Absperrung gab es einen Infostand. Dort erfuhren wir, dass wir nur mit Online-Tickets und einer vorher gebuchten Zeit Eintritt erhielten. Das wussten wir nicht – handelt es sich doch um eine Wanderung und wir nahmen an, jeder kann zu jeder Zeit dorthin gelangen.

Aber: Lasst euch nicht abbringen, kauft die Tickets online und schaut euch den Vesuv an. Für eine Führung empfehlen wir wieder Get Your Guide, weil wir bisher gut damit gefahren sind.

Was du wissen solltest über den Vesuv

Der Vulkan ist bereits 400 000 Jahre alt, 1281m hoch und im Jahre 1944 das letzte Mal ausgebrochen. Früher war der Vesuv spitzer geformt und höher ca. 3000m, doch die Spitze hat es irgendwann weggesprengt, die Magmakammern sanken in sich zusammen und bildeten eine Caldera.

Seit 1995 wurden der Vesuv und das Gebiet rundherum zum Nationalpark erklärt. Den wohl schönste Blick auf den Vulkan erhältst du vom Castel Sant‘Elmo.

– Parken: Auf einer Höhe von ca. 1000m gibt es einen Parkplatz. Vom Parkplatz aus geht es noch einmal ca. 300m aufwärts zu Fuß. Dafür benötigst du ungefähr 20 min.

– Wanderung: Es gibt wohl viele Wanderungen in diesem Gebiet, die Bekannteste ist der Wanderweg Nr. 5 – Gran Cono. Will du den Vulkan komplett umrunden, musst du eine Führung mit Guide buchen.

– Öffnungszeit:
Wintermonate 9:00 – 15:00 Uhr
Sommermonate: 9:00 – 18:00 Uhr

– Eintrittspreis: ca. 10 Euro

– Beste Reisezeit: April – Oktober, wobei der Frühling am schönsten ist, da der gelbe Ginster und die Macchia zu blühen beginnen.

Hauswand Neapel
Altstadt Neapel

Neapel

Das passende Wort, welches uns zu Neapel einfällt, ist: crazy. Einfach nur crazy. Verrückt auf eine faszinierende und spannende Weise. Was für eine Stadt!

Neapel hat über 1 Million Einwohner und ist nach Rom und Mailand die drittgrößte Stadt Italiens. Und zudem ist die Altstadt seit 1995 Weltkulturerbe der UNESCO.

– Beste Reisezeit: April – Oktober, allerdings ist es im Frühling wohl am schönsten, da es überall frisch blüht.

– Fahren in Neapel: Wir sind natürlich wider besseren Wissens mit dem Auto nach Neapel gefahren. In die Altstadt. Und ja, es wurde bisweilen recht knapp mit dem Platz. Überhaupt war der Verkehr schon ein wenig pulserhöhend. Es ist eng, es ist voll und hier trifft tatsächlich zu, was man über das Autofahren in Italien sagt, es gibt ganz eigene Regeln, die man als Außenstehender nicht kennt. Falls ihr euch also nicht ganz so sicher fühlt im wilden Getümmel, dann lasst das Auto außerhalb stehen.

– Parken in Neapel: Wir würden euch ein Parkhaus empfehlen, das erspart euch die Suche in der doch recht vollen Innenstadt. Wir fanden einen Parkplatz auf einer Einkaufsstraße mitten in der Altstadt, es war angezeigt, dass man zahlen solle. Aber auf Rückfrage in einem Geschäft neben dem Parkplatz sagte man uns, wir müssen nichts zahlen. Niemand zahlt und es gibt nichts, wo man zahlen könnte. Also wer wagt, der gewinnt. Wir haben das Auto einfach unbezahlt geparkt. Und das war okay so.

Hund in Neapel: Ja, ist möglich. Es ist viel los, viele Leute und viele Autos und Motorräder, aber wenn dein Hund daran gewöhnt ist, warum nicht.

Sehenswürdigkeiten Neapel

Da wir nur wenig Zeit hatten – insgesamt einen Tag für Pompeji, Vesuv und Neapel – haben wir einen Rundgang durch die Stadt unternommen. Allein da gibt es so viel zu sehen und zu bestaunen, dass wir nicht mehr an diesem Tag geschafft haben. Für euch haben wir aber ein paar Sehenswürdigkeiten herausgesucht, die sich lohnen:

Castel Sant’Elmo & das Kloster Certosa di San Martino

Der Besuch hier lohnt sich vor allem wegen der Aussicht, denn die beiden Gebäude stehen hoch über Neapel auf dem Vomero und bieten dir einen fantastischen Blick über ganz Neapel. Und danach ein Besuch in den Terrassengärten des angrenzenden Klosters. Hier wie da gibt es Ausstellungen, die für manch einen interessant sind.

Seitenstraße Neapel
Gasse in Neapel

Altstadt

Die Altstadt ist UNECSO-Welterbe und besticht durch seinen Kirchen, barocke Paläste und antike Wohnhäuser, enge Gassen in denen es wimmelt von Leuten und Geschäften und Verkaufsständen für Street Food. Es duftet an jeder Ecke nach anderem Essen, es ist eng, es ist voll und es ist faszinierend.
Ein Highlight ist die Krippenstraße Via San Gregorio Armenio, wo Puppen für Weihnachtsgrippen erstellt und ausgestellt werden.

Napoli Sotterranea

Die Stadt unter der Stadt – wer hier Möglichkeit hat eine Führung zu unternehmen, der sollte das unbedingt tun. Napoli Sotterranea ist eine Unterwelt voller Katakomben, Gänge und Brunnen aus Tuffsteingewölbe. Ungefähr 80 km lang schlängelt sich das Tunnelsystem unter der Stadt dahin.

Archäologisches Museum

Ein sehr sehenswertes Museum, das vor allem viele Fundstücke aus Pompeji zeigt und eine Ergänzung zu den Ausgrabungen ist, die du in Pompeji oder Herculaneum besichtigen kannst.

– Öffnungszeiten:
Montag – Sonntag: 9:00 – 19:30
Ruhetag Dienstag und 1.1. 1.5. 25.12.

– Adresse: Piazza Museo, 19, 80135 Napoli NA, Italien

Shoppingmeile Via Toldeo – Galleria Umberto

Die längste Shoppingmeile Neapels mit allem, was das Herz begehrt: Designermode, Kunsthandwerk, Feinkostgeschäften und vielen, vielen Café und der fantastischen, sehenswerten Galerie Umberto, einem Gebäude in neoklassizistischer Architektur. Die Shoppingmeile endet an der Piazza Plebiscito.

Obststand Neapel

Piazza Plebiscito

Die Piazza Plebiscito ist der größte und berühmteste Platz in Neapel mit Blick auf den Königspalast Palazzo Reale und voller Leben, und Cafés und Restaurants. Ein Platz für große Feste umringt von sehenswerten Bauwerken wie der Kuppelkirche San Francesco di Paola, dem Königspalast Palazzo Reale, dem Palazzo Salerno und dem Palazzo della Foresteria.

Promenade Via Partenope

Ein Spaziergang über die Promenade lohnt sich sehr. Der Ausblick auf den Vesuv und in die andere Richtung auf Capri besticht in jedem Falle – herrliche alte Villen und einige der besten Hotels Neapels und einem Park zum Verweilen. Fischer, die ihren frischen Fisch direkt verkaufen, gibt es noch dazu, wenn du bis zum Hafen Mergellina am Ende der Promenade schlenderst.

Castel dell’Ovo

Die kleine „Eierfestung“ von Neapel mit Blick auf den Vesuv und die Promenade Partenope ist vor allem am Abend sehr sehenswert. Kannst du doch kostenfrei auf das Dach der Burg steigen und von dort aus den Sonnenuntergang genießen. Die Festung liegt auf der kleinen Insel Megaride und ist durch eine Straße mit dem Festland verbunden.

Totenkopf Neapel

Friedhof Fontanelle

Der Friedhof ist nicht unbedingt ein Friedhof, sondern eine Katakomben ähnliche Grotte 3000 Quadratmeter groß und gefüllt mit ca. 400.000 Gebeine von längst Verstorbenen. Die Pest, die Cholera, Kriege und Hungersnöte – dafür hat der Platz auf den Friedhöfen der Stadt nicht mehr gereicht und somit wurden die Toten dort begraben, wo Tuffgestein abgebaut wurde.

Zuerst wahllos, dann sortiert und aufgeschichtet liegen die Gebeine jetzt geordnet in der Grotte und werden häufig besucht – davon zeugen aufgestellte Kerzen, diversen Dingen und Dank- und Bittzettel.
Der Eintritt ist kostenlos, jedoch wäre eine Führung sicher sehr interessant.

Blick auf Neapel

Ein kurzer Kurztrip: Pompeji, Vesuv & Neapel

Der kurze Zwischenstopp in Pompeji, am Vesuv und in Neapel war absolut lohnenswert für uns. So viel Geschichte, wie wir hier gesehen haben!

And again – um alles zu entdecken und besichtigen, was es zu sehen gibt, war die Zeit – ein Tag für Pompeji, Vesuv und Neapel – zu wenig. Viel zu wenig. So bietet die Gegend mit der Amalfiküste und Capri noch vieles mehr. So dass wir unbedingt zurückkehren müssen.

Pompeji war faszinierend schön, und es ist unvorstellbar, welches Unglück die Bewohner im Jahre 79 n Chr. dort getroffen hat. Faszinierend wie viel doch unter der dicken Lavaschicht erhalten geblieben ist und wie gut man sich jetzt, durch die Ausgrabungen, das Leben von damals vorstellen kann.

Vesuv – wir kehren unbedingt zurück und buchen ein Ticket. Das wir keinen Einlass erhalten haben, war sehr, sehr schade. Die Aussicht von der Straße zum Vesuv hinab auf den Golf von Neapel und die Stadt Neapel war allerdings atemberaubend und entschädigte uns einen kurzen Moment.
Neapel – ja, was sollen wir sagen. Muss man gesehen haben. Neapel ist großartig, quirlig, sehenswert und voller Leben. Neapel ist echt faszinierend.

Amalfiküste bei Nacht

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